Schengener Abkommen

Grenzöffnung. Aber nicht für alle.

Mit der Verabschiedung des Schengener Abkommens 1985 in der luxemburgischen Gemeinde Schengen nahm die Vorstellung eines “grenzenlosen” Europas deutlich Gestalt an. Das seither mehrfach erweiterte Abkommen diente der Abschaffung von Grenzkontrollen an den europäischen Binnengrenzen. Ziel war der freie Personen- und Warenverkehr im gesamten, nach dem Abkommen benannten, Schengenraum. 

Im Rahmen von Zusatzabkommen wurden auch die Nicht-EU-Staaten Island, Schweiz, Liechtenstein und Norwegen Teil des Schengenraums. Darüber hinaus ermöglicht das sogenannte Schengen-Visum die (auf 90 Tage begrenzte) Einreise in den gesamten Schengen-Raum für Staatsangehörige aus Drittländern ohne Abkommen mit den Schengen-Mitgliedsstaaten. 

Um irregulärer Migration in die Europäische Union entgegenzuwirken, ging die Liberalisierung der Binnengrenzen mit einer stärkeren Überwachung der europäischen Außengrenzen einher. Zudem ist die intensivere Zusammenarbeit nationaler Polizei- und Justizbehörden Teil des Abkommens. 

Allerdings: Während der großen Fluchtbewegungen ab 2015 und im Rahmen der COVID-19-Pandemie kam es erneut zu zeitweisen innereuropäischen Grenzschließungen.