UNHCR - Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen

Ein komplizierter Verbündeter

Der UN High Commissioner for Refugees (UNHCR) ist eine internationale Organisation, mit Sitz in Genf, zum Schutz von Menschen auf der Flucht weltweit. Der Name des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen leitet sich von der leitenden Person ab - dem Hohen Kommissar für Flüchtlinge. UNHCR ist daher sowohl eine Person als auch die dahinter stehende Organisation.

Als internationale Organisation (IG) gliedert sich das UNHCR in die Struktur der Vereinten Nationen ein. In ihrer aktuellen Form wurde sie 1950 gegründet. Ähnlich wie die zeitgleich ins Leben gerufene Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) standen zunächst die unmittelbaren Folgen des 2. Weltkriegs für fliehende Menschen im Fokus.

Gemeinsam mit der erweiterten Anwendung der GFK entwickelte sich UNHCR bald zu einer weltweit agierenden Organisation für Menschen auf der Flucht. Beispielhaft gilt das etwa für den Schutz binnen-vertriebener Menschen (also jenen, die innerhalb eines Landes fliehen) und der Verwaltung von Unterkünften bzw. Geflüchteten-Camps.

Das Mandat des UNHCR (aktuell leitet es Filipo Grandi) ist durch eine Satzung geregelt. Diese legt vor allem zwei übergeordnete Ziele fest: die Gewährleistung von Schutz für Menschen auf der Flucht und die Suche nach sogenannten Dauerlösungen. Dauerlösungen sind eine freiwillige Rückkehr ins Heimatland, die Eingliederung in das Aufnahmeland oder das Verbringen in einen Drittstaat (das Resettlement).

Der UNHCR hat kein feststehendes Budget. Das heißt: Die Finanzierung hängt vollständig von externen Geldgebern ab. Kritiker*innen sehen darin die (teilweise reale) Gefahr starker Einflussnahme durch Staaten, die den UNHCR mit hohen Beitragszahlungen indirekt lenken können. Ein weiteres finanzielles Problem ist der rasante Anstieg bedürftiger Menschen auf der Flucht. Zurzeit sind das rund 82 Millionen Menschen weltweit. Mangels eines fixen Budgets gibt es daher regelmäßig mehr Bedarf als Ressourcen.

Die enorme Größe des UNHCR, das breite Mandat, aber auch die Finanzierungsschwierigkeiten machen die Organisation verwundbar. Sie ist die Hüterin der Genfer Flüchtlingskonvention und daher und auf Basis ihres Mandats unverzichtbar. Andererseits besteht die Gefahr, dass sie zu einem Spielball der migrationspolitischen Interessen zahlender Staaten wird. Das zeigt sich aktuell am verstärkten Fokus des UNHCR auf freiwillige Rückkehr, etwa in den Niger und nach Libyen.

Quelle:
Loescher, G. (2016). UNHCR: Die Flüchtlingshilfsorganisation der Vereinten Nationen.
Bundeszentrale für politische Bildung.
Abrufbar unter: ogy.de/5eu4