IOM - Internationale Organisation für Migration

Die Organisation der Migration. Aber für wen?

1951 wurde die Internationale Organisation für Migration (IOM) zeitgleich mit UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen gegründet, allerdings bewusst außerhalb der UN-Struktur. Sie setzt sich nach eigenen Angaben “für eine menschenwürdige und geordnete Migration ein“. 2016 schließlich erfolgte, als sogenannte “verwandte Organisation”, dann doch die Eingliederung in die UN.

Das Mandat der IOM ist nicht einfach zu umfassen. Sie sei, heißt es auf ihrer Homepage, dem Grundsatz verpflichtet, dass geordnete und humane Migration sowohl der Gesellschaft als Migrant*innen zugutekomme. Dieser Grundsatz soll durch enge Zusammenarbeit mit Staaten und vor Ort in Krisengebieten verwirklicht werden.

Die IOM unterstützt einzelne Staaten (aber auch EU als Ganzes) im “Migrationsmanagement”. Sie greifen bei der Umsetzung von migrationspolitischen Zielen oder Strategien auf die IOM zurück. Sie ist daher global ausgerichtet und in Migrationsfragen oft erste Ansprechpartnerin.

Ein Beispiel: Migrationspolitische Projekte der EU (oder einzelner Mitgliedstaaten) auf dem afrikanischen Kontinent werden oft durch die IOM umgesetzt. In Transitstaaten wie Libyen und Niger leitet sie (unter anderem) Informationskampagnen, die Migrant*innen über die Gefahren irregulärer Migration aufklären und sie so von der Weiterreise nach Europa abhalten sollen.

Wie auch beim UNHCR ist die Finanzierung der IOM und der damit verbundene Einfluss auf die Organisation kritisch zu betrachten. Die USA, Deutschland und die EU-Kommission zählen zu den größten Geldgeber*innen. Sie alle haben allerdings restriktive Vorgehensweisen in Bezug auf irreguläre Migration. Daher wird der Organisation häufig vorgeworfen, das Migrationsverständnis mächtiger Geber*innen im “globalen Norden” durchzusetzen.

Es mangelt auch an einer adäquaten Überwachungsmöglichkeit. Denn der Staus der IOM als “verwandte UN-Organisation” befreit sie von speziellen Berichtspflichten gegenüber den höchsten Ämtern der UN - wie auch der UNO-Generalversammlung.

Quellen:
Geiger, M. & Koch, M. (2021). Die Internationale Organisation für Migration und ihre Rolle im Globalen Migrationspakt. Bundeszentrale für politische Bildung. Abrufbar unter: https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/343896/die-internationale-organisation-fuer-migration-iom
IOM. Mission. Abrufbar unter: https://www.iom.int/mission